English version a bit further below

Mt. Erciyes

Ich versuchte den Berg Erciyes (3917m) zu klettern. Jedoch nicht so wie ich sollte.
Am Tag davor ich verbrachte den grössten Teil des Nachmittags in einem Teppich Geschäft, und quatschte mit den Leuten da. Ich trank unmengen von Chai. Die Leute die ich in Kayseri getroffen hab veränderten meine Sichtweise der Stadt. Die hässlichste Stadt die ich bisher gesehen hatte, denn das war mein erster Eindruck von Kayseri.
So oder so, ich hatte wiedermal genug vom Stadtleben, wie so oft und fuhr mit meinem Chopper in Richtung des Berges. Ich war nicht in der Stimmung und liess mir nicht genug Zeit um nach einem Kletterpartner ausschau zu halten, daher ging ich alleine.

Ich liess mein Bike in einem Steinbruch auf ca. 1750m und wanderte in Richtung des Berges. Jemand unterwegs meinte es sei keine gute Idee Klettern zu gehen und bezeichnete das Wetter als instabil. Als es dunkel wurde suchte ich mir nen Schlafplatz in der nähe von Schafhirten um allenfalls in ihre Zelte zu flüchten falls es wirklich schlecht werden würde. Die Wolken jedoch verzogen sich und es war eine sternenklare Nacht.

nice view, and silencebad map

Am Tag zuvor besorgte ich mir ne eher schlechte Karte vom Berg aus einer Touristen- Broschüre. Es scheint als wären keine Karten in dieser Stadt erhältlich. Ich entscheidete mich für die Nord- West Seite, denn da sind keine Touristen. (auf der Ostseite befindet sich nen Skilift bis auf 2800m) Wie erwartet befanden sich auf der Nord- West Seite keine Touristen, eigentlich befand sich keine Menschenseele auf dieser Seite, auch keine Kletterer welche mir mit ner besseren Karte hätten dienen können. Naja, mein Plan war alleine zu klettern falls ich keine Partner unterwegs finden würde, und zu dem Zeitpunkt dachte ich, falls ich auf ein unüberwindbares Hindernis stossen würde, würd ich einfach wieder zurückklettern..

Mein Plan war über ein Schnee/Eis Couloir auf einen Sattel zwischen Erciyes und einem anderen 3000’er aufzusteigen und nachher über den Grat zum Gipfel zu klettern. Jedoch als ich das Couloir erreichte war es schon 9 Uhr morgens – viel, viel zu spät wie die Leute mit einigermassen Erfahrung wissen. Der Schnee jedoch war immernoch gut genug und ich war mehr oder weniger sicher von Steinschlag solange ich entlang meiner Linie kletterte. Was ich eben nicht tat. Ich war schon ordentlich ausser Atem als ich mich in etwa in der Mitte des Couloirs befand und startete Zickzack zu klettern um Energie zu sparen.
Der Schnee begann schon ordentlich weich zu werden und ich musste meine Steigeisen sauber platzieren. Das Schneefeld war nicht steiler als 65° jedoch mit einem T-Pickel und einer starken Sonne trotzem recht harte Arbeit. Ich driftete zuviel Rechts.
Plötzlich ging ein Steinschlag nieder, zwischen 4-5 Meter von mir entfernt. Einer der Steine hatte den Durchmesser von ca. 40cm. Ihr könnt euch ja vorstellen wie schnell ich zu der anderen Seite des Schneefeldes traversierte. Da musste ich zuerst mal wieder zu Atem kommen.

Nachdem meine Beine aufgehört hatten zu zittern konnte ich den Rest des Schneefeldes zu Ende klettern. Jedoch war ich da noch nicht aus der Gefahr raus. Ich musste durch ein steiles Geröllfeld klettern. Dieses Bestand aus sehr kleinen Steinen und des öfteren löste ich eine kleine Steinlawine aus welche jedoch glücklicherweise ohne mich den Berg runter gingen. Hätte mich da am Seil sicherer gefühlt.

selfportrait - tired but aliveridge and summit

Ich erklamm den Sattel und gemäss meiner Uhr wären es noch ca. 200-300 Meter Höhenmeter zu klettern. Der Grat jedoch sah für mich zu schwierig aus und ich hatte auch zu wenig Informationen um diesen alleine, ohne Sicherung, zu klettern. Ich beschloss umzukehren, ich hatte genug Action für einen Tag. Den selben Weg zurück wollte ich aus logischen Gründen ned klettern. (Ok, ich hätte eine Nacht auf dem Berg verbringen und morgens um 3-4 Uhr, wenn der Schnee besser wäre, runter Klettern können. Ich hatte Proviant für 3 Tage mit mir, aber dazu hatte ich keine Lust)
Ich fand auf der anderen Seite ein verhältnissmässig Leichten Abstieg. Leider musste ich so um den Berg herum gehen um meinen Ausgangspunkt zu erreichen. Es brauchte sechs Stunden bis ich alle Geröllfelder passiert hatte aber ich erreichte den Platz der Schafhirten sicher und todmüde. Mein Rucksack und die Sonne haben mich platt gemacht.

Good judgement is coming from having survived bad judgement. Ich glaube ich musste mir diesen Spruch selber prüfen.

Ich bin nun nach Trabzon weiter gereist, hier hat es auch schöne Berge, und wie’s aussieht hab ich schon einen Kletterpartner.

######################################### english version

Hahaha, the crows didn’t get me, not yet…..

I attempted the Mt. Erciyes (3917m). But not the way I should have.
The day before I was hanging around in a carpet selling store for almost the whole afternoon. The people I met let me see the city in a different light because when I first entered I thought of it as the ugliest city I have ever seen. Anyway, fed up with city experiences I decided to leave the town the same evening and hike to the mountain.
I was not in the mood of waiting for a climbing partner to answer over couchsurfing so I went alone. I slept near some shepherds to have the possibility to retreat to their tents. But the unstable weather changed to a clear sky over night.

I got a shitty map of the mountain out of a tourists brochure for mountaineering in turkey. I decided to attempt on the north- west side, ‘cause there were no tourists. (On the east side was a ski lift up to 2800m)On the west side there were no tourists at all, actually there was nobody at all, not even other climbers who would maybe have had better maps. My plan was to climb alone if I would find nobody to hook on to because I always can climb back if I find something to difficult to pass.

My plan was to climb over a snow couloir to a saddle point between the two mountains and afterwards head over the north- west ridge to the summit. But when I reached the bottom of the couloir it was already 9 o’clock in the morning – much too late. The snow was still good and I was more or less save of rockfall as long as I kept my line. Which I didn’t.
In the middle of the snow field I was kinda tired and started to climb diagonal to safe energy. The snow already began to melt and I had to place my steps more carefully.
The couloir was not steeper than 65° but only with my T-pick and in the sun it was hard work. I drifted too much right, too much of the direction of the rocks of the other mountain.
Without any announcement there were coming rocks down around 4 to 5 meters where I was climbing. One of the rocks had the size of about 40cm. You can imagine how fast I traversed to the other side. There I first had to catch breath again.

After my legs stopped shaking I was able to climb to the end of the snow couloir. But this was not the end of danger. I had to pass a steep field of rocks. These rocks were very small and quite often I released small rock avalanches going downhill. Luckily without me. I reached the top and according to my watch there would have been 200-300m left to the summit. From my point of view the ridge which I had to climb would have been in the fourth grade. And doing that alone without a proper idea where the path was going was too much for me. I had enough action for one day. I decided to retreat, but I didn’t want to climb the same way down as you can imagine. Maybe if I spent the night on the mountain. (I had food and cook equipment for 3 days with me) I went down at the other side of the mountain, which was easier. But I had to walk around a mountain to get to the place where I was. It took me around six hours of walking through stone fields but I reached the place where the shepherds were safe and sound.
Ok, sound is not really true because I must admit I was tired as hell, the sun and my backpack were wearing me down.
Good judgement is coming from having survived bad judgement, I guess I had to proof me this quote for myself.

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